Ein Eintauchen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – unsere Klassenfahrt nach Leipzig

Gegen 7:30 räumt unser Fahrer den letzten Koffer in das Gepäckfach. Daraufhin steigt auch der 42. Schüler in den Bus ein, genauso aufgeregt und gespannt wie all seine Mitschüler. Denn unsere elften Klassen sollten in dieser Woche ihre Abschlussfahrt nach Leipzig antreten. Eine überwältigende Großstadtkultur, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und beeindruckende Momente erwarteten uns auf dieser Reise.

Jedoch mussten wir zunächst mehrere Stunden Busfahrt aushalten, bis wir unser  Ziel erreichten. Als wir in der  560000-Einwohner-Stadt eintrafen,  fehlte uns zunächst die Orientierung. Dies konnte eine Stadtführung, gepaart aus Bustour und Spaziergang schnell ändern, sodass wir uns nun in der Innenstadt frei bewegen konnten. Als der Nachmittag endete, fuhren wir aus Leipzigs Zentrum hinaus, zu der DJH Jugendherberge. Dort konnten wir nach dem Check-in das Abendbrot und ein wenig Freizeit genießen.

Nach dem Frühstück setzten wir unseren ersten vollständigen Tag in der Großstadt mit einer Führung durch das MDR-Studio fort. Begleitet von mehr oder weniger gut gelaunten Tourführern konnten wir einen Blick hinter die Kulissen der TV-Welt erlangen. Nach diesem kraftraubenden Rundgang tat uns ein wenig Entspannung sehr gut. Das Leipziger Panometer war daher die perfekte nächste Anlaufstelle. Dort wurde „Carolas Garten“ ausgestellt, eine wunderschöne, aber auch kritische Abbildung eines vielfältig belebten Hinterhofes. Unterlegt von atmosphärischer Musik und passenden Naturgeräuschen wurde ein Bild erzeugt, welches viele unserer Schülerinnen und Schüler minutenlang bestaunten. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis konnten wir den Nachmittag in der Innenstadt ausklingen lassen.

Der Mittwochvormittag unserer Klassenfahrt gab uns die Möglichkeit, etwas über Leipzigs Vergangenheit als Kulturstadt zu erfahren. Im ehemaligen Haus des Musikers Felix Mendelssohn Bartholdy konnten wir alte Kompositionen hören und einen Einblick in alte Lebens- und  Wohnverhältnisse gewinnen. Nachdem wir diese Zeitreise in vergangene Jahrhunderte gewagt hatten, ging es nun wieder in die Gegenwart. Für die einen ins BMW-Werk, für die anderen in den Zoo. Ein Teil unserer Gruppe konnte neueste Technologien und Produktionswege der „Autos der Zukunft“ kennen lernen. Eine beeindruckende und informative Führung endete mit einem Highlight, vor allem für einige Jungen unserer Klassen: Einmal in einem nagelneuen BMW i8 sitzen. Weniger technisiert war der Zoobesuch. Dort konnten Tiere aus allen Regionen der Welt bestaunt werden. Pinguine, Affen, Haie, Löwen und viele weitere Gattungen sind im Leipziger Zoo unter guten Lebensbedingungen untergebracht. Für besonders große Freude sorgten jedoch die Elefanten, welche Frau Schwarz sogar so stark faszinierten und berührten, dass sie den ein oder anderen Gedanken an eine Patenschaft geäußert hatte. 

Der letzte Tag in der sächsischen Großstadt war nochmal besonders beeindruckend und informativ. Die Universität Leipzig scheint für einige unserer Schülerinnen und Schüler eine Option für das Studium zu sein, weshalb das Interesse bei der Führung besonders hoch war. Für viele von uns stellte diese einen Blick in die Zukunft dar: das erste Mal in einem Hörsaal sitzen und durch die Universitätsbibliothek spazieren. Außerdem sorgte die außergewöhnliche Architektur und der Ausblick in die Innenstadt für Faszination. Noch schöner als der Blick aus dem Gebäude heraus, ist der Blick auf dieses hinab. Um diesen zu erlangen, mussten wir nicht nur einige Meter mit dem Bus zurücklegen, sondern auch zu Fuß fit sein. Denn das nächste Ziel war das Erklimmen des Völkerschlachtdenkmals. Mehrere hunderte Stufen mussten wir hinter uns bringen, um die höchste Aussichtsplattform zu erreichen. Dort wurde uns ein atemberaubender Panoramablick über Leipzig und dessen Umgebung geboten. Neben hohen Innenstadtgebäuden und Industriestandorten erblickten wir auch sehr viele Wälder und Bäume, was Leipzigs Ruf als eine der grünsten Großstädte Deutschlands bestätigt. Es entstanden viele schöne Fotos und denkwürdige Momente, bis wir wieder herunter stiegen und in Richtung Jugendherberge fuhren. Dort gab es noch einmal die Möglichkeit auf ein gemeinsames Abendessen und ein wenig Freizeit.

Am nächsten Morgen sollte es dann zurück in die Heimat gehen. Alle Schülerinnen und Schüler saßen schon im Bus, als Frau Schwarz uns noch einmal hinausholte, um für einen der emotionalsten Momente der Woche zu sorgen. Mit einem kleinen Geschenk und ein paar netten Worten verabschiedeten wir unsere beiden Gastschüler Stiina und Stefano, die auf der Abschlussfahrt ihre letzten Tage in der Klassengemeinschaft verbrachten. Ich hoffe, beide hatten eine schöne Zeit und konnten mit dieser Reise einen perfekten Abschluss für ihr Austauschjahr setzen.

Nun ging es aber wirklich nach Röbel. 42 müde Schülerinnen und Schüler bekamen Zeit, um die letzte Woche Revue passieren zu lassen. Ich denke, dass alle Spaß und wichtige Dinge aus Leipzig mitnehmen konnten. Es war eine sehr schöne Klassenfahrt, auf der wir uns nicht nur auf kultureller und historischer Ebene weiterbilden konnten, sondern auch unser Gemeinschaftsgefühl als Jahrgangsstufe, als Klassen und als Freunde stärkten. Besonderen Dank richten wir an unsere Kassenleiterinnen Frau Dr. Lenschow und Frau Schwarz, aber auch an Herrn Dittrich und unseren Busfahrer Ulf Erichson, die uns auf unserer letzten Klassenfahrt begleitet, betreut und unterstützt haben!

Ive Hörning (Klasse 11b)

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