Ein Besuch im "Märchenschloss"

 

Es ist die Vorweihnachtszeit, die Zeit der Märchen, in denen Aschenbrödel ihren Prinzen trifft, Dornröschen von solch einem wach geküsst wird und aus dem kleinen dreisten Frosch ein stattlicher junger König wird. Wer kennt sie nicht all diese Märchen? Welches kleine Mädchen träumt nicht davon, als Prinzessin in einem Schloss zu leben? Welcher kleine Junge wäre nicht gern einmal König?

Königinnen und Könige, Prinzen und Prinzessinnen gibt es im Schweriner Schloss nicht mehr. Wir, die Schüler und Schülerinnen der 6. Klassen, konnten uns aber am 11. bzw. am 12. Dezember bei einem Besuch im Wahrzeichen der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ein Bild davon machen, wie das Leben bei Hofe ausgesehen hat.

Natürlich konnten wir uns während der anderthalbstündigen Führung nicht alle 937 Räume des Schlosses anschauen. Aber das, was wir sahen, war überwältigend und wunderschön. Unser Rundgang führte uns über zwei Etagen durch herzögliche Gemächer, prunkvolle Empfangsräume und Speisesäle, vorbei am Blumenzimmer, durch die herrschaftliche Bibliothek bis hin zum Thronsaal. Dort konnten wir unter vielen anderen Städtewappen auch jenes von Röbel entdecken.

Wir erfuhren sehr viel Interessantes aus der Geschichte des Schlosses. Übrigens war der letzte adlige Schlossherr der Großherzog Friedrich Franz IV. Er residierte hier bis 1918. Danach wurde das Schloss auf vielfältigste Weise genutzt: Es war unter anderem Museum, Kindergarten, Lazarett und eine Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen. Heute beherbergt das Schloss das Schlossmuseum, die Schlossgastronomie sowie die Schlosskirchengemeinde. Seit 1990 werden hier auch wichtige politische Entscheidungen für Mecklenburg-Vorpommern getroffen – im Landtag. Dort hätten wir gern die Stühle der Abgeordneten getestet. Aber das war uns nicht erlaubt, genau so wenig wie ein Probesitzen auf dem Thron oder dem Schmusestuhl im Museum. Dafür durften wir aber auf dem Weg zurück ins Erdgeschoss die Marmortreppen hinabschreiten so wie es die edlen Damen in ihren kostbaren Kleidern majestätisch taten. Und da war er wieder – der Wunsch, einmal Prinzessin oder König zu sein, und wenn auch nur für einen Tag.

Vielleicht sollten wir mit unseren Eltern demnächst die Sonderführung „Vom Keller bis zur Kuppel“ für einen weiteren Besuch nutzen. Dann dürfen wir dem Schloss auch aufs Dach steigen und die gesamte Größe des Bauwerks bestaunen, das sich übrigens auf einer Insel zwischen Schweriner See und Burgsee befindet. Von dort oben ist bestimmt auch die Fußgängerpassage im Stadtzentrum zu Füßen des Schweriner Doms zu sehen. Dort kann man gegenwärtig über den Weihnachtsmarkt schlendern. Ein Abstecher dorthin hat sich auch für uns gelohnt. So manche Leckerei ist in unseren Magen gewandert und beinahe hätten wir alle Weihnachtsgeschenke zusammen gehabt, wenn die Zeit nicht so knapp gewesen wäre und …….das Geld! Vielleicht hätten wir vorher noch bei Oma und Opa vorbei schauen sollen? Na gut, es war sicher nicht der letzte Wandertag.

 

                            Klasse 6

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